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Extensive Beweidung

Probsteier Naturverein e. V.

Probsteier NaturvereinArtenvielfalt durch extensive BewirtschaftungEin bedeutender Auslöser für die aktuelle Diskussion um die Extensivierung in der Landnutzung ist das Höfesterben und der Rückzug der Landwirtschaft aus den so genannten benachteiligten Regionen. In diesen Gegenden wird produktionsschwaches Grünland, weil zu nass, zu trocken oder zu steil, als erstes aus der Nutzung genommen. Da vor allem kleine viehhaltende Landwirtschaftsbetriebe aufgeben, kommt es zu einer Konzentration auf wenige Unternehmen mit intensiver Viehhaltung. Diese Entwicklung wird sich aller Voraussicht nach noch verstärken und zur Folge haben, dass Wirtschaftsgrünland mit beträchtlichen Flächen aus der Nutzung genommen wird. Das Thema Extensivierung ragt also weit über die Belange des klassischen Naturschutzes hinaus.Wo ist die Extensive Beweidung im Naturschutz sinnvoll ?Aus Sicht des Naturschutzes eignen sich zahlreiche Lebensraumtypen für eine extensiv Beweidung mit robusten Haustierrassen. Durch den Probsteier Naturverein wird diese naturnahen Tierhaltungsform auf Feuchtwiesen realisiert. Dadurch können Lebensräume stark bedrohter Insekten- oder Vogelarten erhalten werden bzw. zurück gedrängte Arten in ihrer Population gestärkt werden.Welche Tiere können für die extensive Beweidung eingesetzt werden ?Bei der Überlegung, welche Tierart oder Tierrasse zu Pflegezwecken in einem Biotop eingesetzt werden kann, spielen zahlreiche Kriterien eine Rolle. Diese richten sich sowohl nach den Eigenschaften der Tiere, als auch nach den Standortfaktoren bzw. den entsprechenden Wechselwirkungen. Ohne auf die Einzelheiten eingehen zu können, kann man bei der Betrachtung der Tiere drei Faktoren ausmachen, die als Kriterien für oder gegen den Einsatz als Landschaftspfleger sprechen. Es handelt sich hierbei um den Tritt, den Biss und das Ausscheiden von Exkrementen der jeweiligen Tierart. Alle drei Faktoren beeinflussen erheblich die Artenzusammensetzung des Pflanzenbestandes auf einer Weide. Für die Feuchtgebiete des Probsteier Naturverein stellt der Einsatz des aus Schottland stammenden Galloway-Rindes eine praktikable Lösung dar. Seine ursprüngliche Heimat sind Landstriche mit Moor- und Heideflächen. Das Galloway-Rind ist an unterschiedlichste Futtergrundlagen, Höhen und klimatische Bedingungen gewöhnt. Die breiten Klauen lassen zudem einen relativ schonenden Tritt zu. Mit den robusten Tieren ist eine ganzjährige Freilandhaltung möglich. Auch ihre guten Muttereigenschaften und Leichtkalbigkeit zeichnen Galloways aus. Was geschieht durch die Beweidung ?Der Tritt der Tiere verursacht einen mehr oder weniger starken Druck auf die Grasnarbe. Diese auf einer sehr kleinen Fläche wirkende Belastung wird sowohl vom Körpergewicht als auch der Klauenform und -größe der Tiere bestimmt. Die selektive Wirkung des Viehtritts beeinflusst so direkt (Zertreten von Pflanzen) und indirekt (Bodenverdichtung) die Vegetation. Auch der unterschiedliche Biss der Tiere zieht vielseitige Konsequenzen für den Pflanzenbestand nach sich. Zwischen den Tierarten und -rassen bestehen beträchtliche Differenzen in Fresstechnik, Verbisshöhe und Vorliebe für bestimmte Pflanzen. Auf beweideten Flächen werden durch den Verbiss und den Tritt bestimmte Pflanzenarten gefördert, andere dagegen dezimiert. Im Vorteil sind Pflanzen, die sich ungeschlechtlich vermehren können (durch Seitentrieb, Ausläufer) und die ihre Blätter dicht am Boden tragen, so dass diese nicht abgefressen werden, wie z.B. bei Wegerich, Löwenzahn, u.a.Schwieriger wird es auf Flächen wenn diese lange Zeit nicht gepflegt wurden und das Pfeifengras in Bulten (Horsten oder Hügeln) hoch wächst. Schafe hätten dann alleine keine Chance diesen Bewuchs Herr zu werden, da die neuen Triebe in den Bulten vor Verbiss geschützt sind.Gen- Artenaustausch durch BeweidungDie Beweidung übernimmt eine wichtige Funktion im Biotopverbund. Durch den Transport von Samen, in selteneren Fällen auch von kleineren Tieren, kann Weidevieh bei einer rotierenden Beweidung die Verbreitung von Arten zwischen einzelnen Gebieten fördern. Dieses kann für den Gen- und Artenaustausch zwischen isolierten Flächen von großer Bedeutung sein. Niedrigwüchsige oder konkurrenzschwache Arten werden dadurch auf Dauer stark zurückgedrängt; dagegen profitieren hochwüchsige, spät blühende Arten wie z.B. die Kuckuckslichtnelke oder Baldrian.Den Waldstorchenschnabel findet man auf Wiesen und Weiden in der Nähe von WaldrändernWie nutzt der Probsteier Naturverein die Möglichkeit der extensiven Beweidung ?Bei dem bisherigen Einsatz Rindern in den Biotopen und Feuchtwiesen zählt der Probsteier Naturverein auf die Zusammenarbeit mit privaten Herdenbesitzern, die die Beaufsichtigung der Tiere übernehmen. Grundsätzlich gilt aber, dass die Pflege der Naturschutzgebiete nicht zum Nulltarif entwickelt und erhalten werden kann. Strukturelle und finanzielle Faktoren werden immer mehr in den Vordergrund naturschützerischen Denkens gestellt werden müssen, wenn ein nachhaltiger Umgang mit unserem Naturerbe gewährleistet sein will.Welche Probleme sind mit einer extensiven Beweidung verbunden ?Als „Startprobleme“ gelten die relativ hohen Anschaffungskosten der Herden, sowie den Umzäunungskosten, die bei der extensiven Beweidung auftreten, auch wenn langfristig mit einer deutlichen Ersparnis gegenüber mechanischen Pflegeeinsätzen in Naturschutzgebieten sich diese Kosten relativieren. Wer gewinnt durch diese Maßnahmen ?Durch die Erhaltung und Förderung naturbelassener Biotope und Feuchtwiesen werden Gebiete gefördert in denen Pflanzen, Tiere, Insekten und Kleinstlebe-wesen gedeihen, die in unserer Landschaft sonst kaum noch Platz finden würden, damit auch zukünftig weitere Generationen eine vielseitige Fauna und Flora genießen können.

Probsteier Naturverein e. V.



Probsteier Naturverein e. V.